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13.9 Akustik: Ton, Geräusch, Lautstärke

Quelle: ➕ Themenpool · knüpft an §13.4 (Longitudinalwellen) an

Schall ist eine Longitudinalwelle: eine Folge von Druckschwankungen (Verdichtung/Verdünnung) in einem Medium (Luft, Wasser, Festkörper). Er braucht — anders als Licht — immer ein Medium (im Vakuum: Stille). In Luft beträgt die Schallgeschwindigkeit rund

cSchall343 m/s(Luft, 20°C)

— also rund eine Million Mal langsamer als Licht (daher Blitz vor Donner). Auch hier gilt cSchall=λf.

Ton, Klang, Geräusch — drei Schalltypen

BegriffSchwingungsformBeispiel
Tonreine Sinusschwingungeine einzige FrequenzStimmgabel, Sinusgenerator
Klangperiodisch: Grundton + ObertöneInstrument, Gesang (Vokal)
Geräuschnicht-periodischFrequenzgemisch ohne feste TonhöheRauschen, Knall, Zischen

Tonhöhe ↔ Frequenz, Lautstärke ↔ Amplitude. Zwei unabhängige Eigenschaften einer Schallschwingung:

  • Die Tonhöhe wird durch die Frequenz f bestimmt — hohe Frequenz = hoher Ton (der Mensch hört etwa 20 Hz – 20 kHz).
  • Die Lautstärke hängt von der Amplitude A ab — große Amplitude = laut (vgl. Licht: dort steckt die Helligkeit ebenfalls in A, §13.6).

Obertöne und Klangfarbe

Warum klingt dasselbe „a" auf Geige anders als auf Klavier? (beliebte Prüfungsfrage) Ein realer Klang ist nie eine reine Sinusschwingung, sondern enthält neben dem Grundton (Frequenz f1, bestimmt die Tonhöhe) ganzzahlige Vielfache 2f1,3f1, — die Obertöne (Harmonische). Die Klangfarbe ergibt sich aus der relativen Stärke der Obertöne. Geige und Klavier spielen denselben Grundton (gleiche Tonhöhe), aber mit unterschiedlicher Obertonzusammensetzung → unterschiedliche Klangfarbe. Mathematisch ist das eine Fourier-Zerlegung: jede periodische Schwingung lässt sich als Summe von Sinus-Tönen schreiben.

Lautstärke und Dezibel (dB)

Warum eine logarithmische Skala? (Schallpegel) Das Ohr umfasst einen enormen Intensitätsbereich (Hörschwelle bis Schmerzgrenze 1012-fach) und empfindet Lautstärke logarithmisch (gleiche Verhältnisse der Intensität werden als gleiche Schritte gehört). Deshalb gibt man den Schallpegel in Dezibel (dB) an — einer logarithmischen Skala:

L=10log10II0 dB,I0=1012 Wm2 (Hörschwelle)

Faustregel: 0 dB = Hörschwelle, ca. 120 dB = Schmerzgrenze. Eine Verzehnfachung der Intensität sind +10 dB; eine Verdopplung rund +3 dB.

SchallpegelBeispiel
0 dBHörschwelle
~30 dBFlüstern
~60 dBnormales Gespräch
~120 dBSchmerzgrenze (Düsenjet nah)

Abstandsgesetz — leiser mit der Entfernung. Von einer punktförmigen Quelle verteilt sich die Schallleistung auf immer größere Kugelflächen → die Schallintensität nimmt mit I1r2 ab (dasselbe 1/r2-Gesetz wie bei Strahlung allgemein, siehe Thema 6). Verdoppelt man den Abstand, sinkt I auf ein Viertel (6 dB).

Anschluss: aktive Geräuschreduktion. Noise-Cancelling beruht auf destruktiver Interferenz zweier Schallwellen (gegenphasig, um π versetzt) — ausführlich in §13.5. Es macht sich also dieselbe Wellenphysik zunutze, die hier die Akustik trägt.